Statement eines körperlich schwerstbehinderten Hobbypiloten. Erfahrungen mit dem Modellsport und MS. 
(Ich freue mich über jeden Kommentar am Ende des Artikels)

1. Grundbegabung

„Alles kann man lernen“ sagt man, allerdings ist in meinen Augen eine gewisse Grundbegabung für dieses Hobby notwendig und hilfreich.
Für das Heli-Fliegen ist ein gutes räumliches  Denken (eben 3D…) für die Fluglage unabdingbar.
Auch eine gewisse Fingerfertigkeit beim Bauen, Löten, Konfigurieren und Reparieren ist eine wichtige und notwendige Voraussetzung.
Ungerechter weise hat der Eine etwas mehr, der Andere etwas weniger davon. Aber fest steht: „Ready to fly“, „unkaputtbar“ und „Crash-Resistenz“ gibt es nur in der Werbung oder im Märchen, und zwar völlig egal ob es sich um ein billiges oder ein teures Modell handelt.

Schon die Wahl eines Senders, z.B. (wie nehme ich den Senderknüppel  in die Hand“, kann eine schwere Entscheidung sein.
Daumen, 2 Finger oder 3 Finger? Es ist wichtig, den Sendebefehl umgehend an das Modell zu senden, und zwar ohne vorher darüber lange nachdenken zu müssen.

Übung, Übung und Übung
.

An diesem Beispiel sieht man schon, wie komplex und schwierig dieses Hobby sein kann, denn die Wahl des Flugzeuges, der RC-Ausrüstung, dem Verein, dem Händler und vieles mehr, ist  nicht so leicht zu treffen.
Es gibt Koaxial-Helis, FP-Helis, CP-Helis und Scale-Helis.
Es gibt Handsender, Pultsender, Pistolensender, Handsender mit Pult usw. .
Dann ist aber noch lange nicht die Wahl des Modells getroffen!
Wer soll sich zu Beginn des Hobbys für was und warum entscheiden?
Schwierig und dann meistens nur durch eine geldaufwendige Strategie zu lösen.
Also kaufen und probieren?

Ja und Nein

Ein Hobbykollege oder Freund kann bei vielen Entscheidungen behilflich sein!

Ist aber damit der Erfolg garantiert?  Nein leider  nicht

Eigene Erfahrungen die dann wieder Geld kosten, werden hier die einzige Lösung sein.
Woher kommt der Unterschied bei der Kür eines „3D-lers“ und der eines „Kampfschwebers“ ?
Wenn man sich auf unterschiedlichen Veranstaltungen die Flugvorführungen ansieht, versteht man oftmals nicht, wie die Flugfiguren so schnell hintereinander gesteuert werden können.
Die Lösung ist erklärbar, jedoch für einen Hobby-Piloten würde diese Lösung wiederum viel Geld kosten, denn  wer hat schon einen Sponsor der die unzähligen Trainingsgeräte bezahlt?
Viele Flugobjekte samt Ersatzteilen werden von den Profis verheizt, um irgendwann  Routine und einen Automatismus zu erreichen.
(Motto: Training, koste es was es wolle)

Wer will oder kann das schon

Es soll doch nur ein Hobby, mein Hobby und mein Freizeitspaß sein!
Denn Geld ist die eine Sache, Zeit und Geduld eine andere.
Nur ein manchmal langweiliges und andauerndes „Schritt für Schritt“ ablaufendes kognitives-Trainingsprogramm am Simulator oder am Trainingsgerät kann hier Abhilfe schaffen. Vorausgesetzt, ein sich immer wiederkehrendes Flug-Training geht dem Fliegen voraus.

Training, Training und Training

Mein Resume: Ein RC-Pilot mit weniger Grundbegabung kann dann doch sein Veranlagungsdefizit durch ständiges Training am Fluggerät, auch Simulator ausgleichen?

 Genau so ist es

So bin ich zum Entschluss gekommen meine durch MS krankheitsbedingten Einschränkungen durch ständiges Flugtraining auszugleichen oder vielleicht sogar vergessen zu machen.
Am Fliegen, Basteln, Reparieren und Konfigurieren meiner Flugobjekte erkenne ich sofort schon am Bewegungsablauf ob meine Theorie auch in die Praxis umzusetzen war?

Natürlich – manchmal mit mehr oder  weniger Erfolg

Ich glaube, dass der Erfolg eines  „Laune machenden“ Helis ncht nur von einer gewissen Grundbegabung abhängig ist.
Manchmal sieht man Kids im Alter von 10 oder weniger Jahren die mit einer überraschenden Leichtigkeit an das Helifliegen herangehen.
Für mich war das oft frustrierend, ist aber auch zu erklären.
Den Kids fehlen einfach negative Erfahrungen im Modellsport, und dadurch gibt es auch im Kopf keine beeinflussenden bzw. störenden Belastungen.  Easy to fly“ 🙂 Wurscht Wurscht Wurscht!
– welche Belastungen fehlen?

a: wirtschaftliche Probleme. (Papa wird`s scho richt`n)
b: Gefahrenerkennung. (vor oder während des Fliegens)
c: Negative Erfahrungen im Modellsport. (also unbedarft)

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