Hier etwas fundamentierte „Klugscheisserei“ von mir. 🙂

Ich denke das zu dieser Sparte Modellsport eine große Portion Ehrgeiz gehört.
Der Ehrgeiz erhöht, zumindest bei mir, Kreativität und den Willen das Ziel Helifliegen zu erreichen. Und zwar ohne Rücksicht auf Material bzw. Geldverlust.
Aber da ja schließlich jedes Hobby Geld kostet, kann es ja egal sein.
Durch Ehrgeiz kann ich mich näher und schneller zum „Heli-Freak“ katapultieren, wobei Rückschläge immer eine untergeordnete Rolle spielen sollten.
Ein kaputter aber reparabler Helicopter ist schließlich immer noch besser, als ein anderes langweiliges Hobby, das keinen Spaß macht und kein oder trotzdem Geld kostet.

Ziele
Jeder Helikopter-Pilot muss sich für die Ausübung seines Hobbys feste und stufenweise Ziele setzen.

Hier einige Beispiele:

Punkt 1: Wo will ich fliegen – indoor oder outdoor?
Punkt 2: Wieviel Geld kann oder will ich investieren?
Punkt 3: Welchen Level will ich erreichen?
Punkt 4: Wo kann ich mein Hobby ausüben?
Punkt 5  Welches System will ich nutzen?
Punkt 6: Wo gibt es Unterstützung wenn ich nicht mehr weiter weiß?

Punkt 1: Wenn mir kein Flugplatz zur Verfügung steht, bin ich auf mein Zuhause, oder besten Falls an eine Halle gebunden, oder gelte als „Wildflieger“ in der Prärie.
Hier bietet sich natürlich ein kleiner Heli an, wobei hier das Angebot groß ist, jedoch sehr unübersichtlich und in extrem unterschiedlichen Qualitäten und technischen Möglichkeiten zu kaufen ist. Hier gibt es viel Mist auf dem Markt, was die Entscheidung für einen Einsteiger nicht einfacher macht. Mehr zum Thema: „was für ein Heli“ im Beitrag Geldbeutel.
Für einen Outdoor-Heli sollte schon ein größerer Heli her.

Meine Meinung dazu auch im Beitrag Geldbeutel zu lesen.
Prinzipiell bin ich für folgende „Formel“.
Indoor Heli bis zur Größe 250 und Outdoor ab Größe 450.
Es gibt viele Meinungen über die Größe eines Helis. Hier meine eigene Meinung darüber. Beim Indoor-Heli kommt es auf die Qualität, die Technik und die Robustheit an. Beim Outdoor-Heli auch, jedoch ist die technische Beschaffenheit von großer Bedeutung, wobei ein Heli unter der Größe 600er für mich nie wieder in Frage kommt.
Die Anschaffung eines Helis sollte auf alle Fälle mit den oben aufgeführten Punkten abgeglichen werden.

Punkt 2: Ein Heli kostet zwischen 20,- und 20.000 Euro.
daran sieht man, dass die Investition dem jeweiligen Geldbeutel angepasst werden muss.
Es ist keinesfalls so, dass der billige Heli schlechter, oder der teure Heli  besser ist. Meine Erfahrungen können das nicht bestätigen.
Ich habe einen 100er Heli schon für 50,- € gekauft, der mich heute noch begeistert und ich habe einen 150er Heli für 250,-€ gekauft der mich in fast allen Bereichen viel Nerven gekostet hat, und sein Geld einfach nicht wert ist.
Also teuer gleich gut, trifft auch hier nicht zu.
Berichte dazu sind von mir geplant.

Punkt 3: Ist es nicht schön, wenn man bei idealem Wetter und einem guten Heli in der freien Natur seinem Hobby „Heli“ nachkommen kann?
Reicht es mir, wenn ich Spass am Fliegen habe, oder will ich immer zu den Besten gehören?
Folgende Punkte sind für die Kaufentscheidung sehr wichtig.
1. Bin ich mit einem realistischem Rundflug zufrieden?
2. Muss es ein Scale-Heli sein der kunstflugtauglich ist?
3. Oder will ich ein 3D-Bolzer werden?

Alles macht Spass wenn man es kann!
Jedoch sollte ich vor einer Investition überlegen mit welchem Flugstil ich zufrieden bin.

Punkt 4: Die Wahl des Fluggeländes ist nicht nur aus Platzgründen wichtig. Nein, die Sicherheitsrelevanten Punkte sollten nicht außer Acht gelassen werden. Versicherung, Unfallgefahr und Geselligkeit sind wichtige Punkte bei der Vereins und Flugplatz Wahl. Wobei ein offizieller Verein alle Möglichkeiten bietet um ein ungetrübtes Modellsport-Vergnügen zu gewährleisten.
Versicherung, Unterstützung, Hilfe und Geselligkeit sind große Vorteile und gehören zu den Annehmlichkeiten eines modernen Modellsport Vereines.

Punkt 5: Der Modellsport bietet heutzutage eine Vielzahl an Techniken, ohne die der Sport heute kaum mehr vorstellbar ist.
Das birgt natürlich wieder die Gefahr sich für das falsche System zu entscheiden. Hier kann und möchte ich von  namentlichen Erfahrungsberichten absehen, und ausschließlich meine eigenen Erfahrungen aufzeigen. So dass der Handel glimpflich davon kommt,  und mit seinem Firmennamen nicht erwähnt wird.
Ich fliege seit Jahrzehnten mit Unterbrechung seit meinem 8. Lebensjahr Flächenmodelle aller Art. Umso unverständlicher kamen mir die Schwierigkeiten vor, die mit dem Heli auf mich zu kamen. Ein echt schwer erlernbares RC-Hobby wartete auf mich. Und hier wurden mir meine Grenzen und Möglichkeiten radikal und knallhart aufgezeigt.
Meine erste Entscheidung viel auf das Flybarless Systeme BeastX , welches für mich aufwendig zu programmieren war, jedoch mit einer guten Anlage nebst Empfänger gut funktionierte. Jedoch nochmal, die Programmierung auch mit Firmenunterstützung war sehr problematisch.
Dabei darf man den Support`lern keinen allzu großen Vorwurf machen, denn bei so komplexen Systemen blicken selbst die nicht grenzenlos durch.
Das System Bavarian Demon war für mich eine positive Erfahrung und ich war von der Funktion zur Helistabilisation restlos begeistert.
Empfänger inklusive Stabi führten mich zur Firma Graupner, die mit ihrem GR-18 Vario mit integriertem Flybarless System begeisterten.
Den Namen erwähne ich jetzt doch, weil hier wirklich alles stimmt! Schnelle kompetente Beratung und Freundlichkeit spielen hier die erste Geige am Platz.
Gyro zur Heckstabilisierung sind bei beiden Systemen integriert und funktionieren wunderbar.

Die verschiedenen Helicopter ordne ich wie folgt ein:

Anfänger:
Der Koaxial Helicopter mit seinen zwei gegenläufig drehenden Hauptrotoren.

Diese sind vor allem für Einsteiger ideal, da sie durch die Anordnung ihrer Rotoren gerade stehen bleiben.

Fortgeschritten:
Fixed Pitch Helikopter besitzen nur eine Rotorebene. Der kollektive Anstellwinkel der Blätter ist fest (fix), wie bei einem Koaxhelikopter. Der Auftrieb am FP Heli wird mit der Rotordrehzahl gesteuert. Beim Bewegen des Steuerknüppels für Pitch/Throttle verändert sich bei FP Heli nicht der Anstellwinkel der Blätter, sondern die Drehzahl des Rotors – wie bei einem Koax.
Ein Fixed Pitch Helikopter kann auch für Anfänger als Entscheidungshilfe dienen, wenn man noch nicht genau weiß, ob das Hobby auch das richtige ist. Hier werden schon alle Achsen gesteuert. Auch wenn sich bei FP noch grundlegend einiges von der Technik zu den „richtigen“ RC- Helis unterscheidet – um ein Gefühl fürs Helifliegen zu bekommen reicht es allemal und das sehr eigenstabile Flugverhalten des Koax- Helikopters hat man damit auch nicht mehr. FP Helikopter sind durchaus schon als agil zu bezeichnen.
Fixed Pitch Helis als Anfängerheli zu bezeichnen ist aus meiner Sicht falsch. Man kann den Umstieg von FP auf Flybarless wagen wenn der Koaxialheli bei Fluglagenerkennung, Frontschweben und Rundflug keine Probleme mehr bereitet.

Sicherer Pilot (Profi).
CP Heli = Collektive Pitch Helikopter = Heli mit kollektiver Blattverstellung

Bei Helis mit kollektiver Blattverstellung dreht der Rotor normalerweise mit einer festen Drehzahl.
Der Heli wird durch Veränderung des Blattanstellwinkels Auf und Ab bewegt.
Zwischen Koaxial, FP-Heli und CP-Heli, klafft eine größere Lücke.
Auf die Technik und Qualität kommt es an.
Das Überspringen von FP-Helis zu den CP-Helis ist in meinen Augen machbar, während der Umstieg von Koaxial Heli auf CP-Heli, sagen wir mal eine „kesse“ Entscheidung ist und von mir nicht empfohlen wird.

Punkt 6: Bei einem so komplexen Hobby ist Hilfe erfahrener Piloten dringend notwendig!
Leider wird heute in den Foren, also im Internet, viel „Quatsch“ geschrieben, so dass es keinen Verlass auf Meinungen oder auch angeblichen Erfahrungen gibt.
Hier sollte das Ziel die Heranziehung eines erfahrenen Modellpiloten sein.
Nach Berücksichtigung und Einhaltung dieser 6 Punkte sollte einem erfolgreichen Hobby nichts mehr im Wege stehen.